Poul: Meine Sammelleidenschaft und Technikbegeisterung
Durch meine Sammelleidenschaft und Technikbegeisterung verband ich ein berufliches Meeting in Hannover mit einem Besuch des Deutschen Erdölmuseums in Wietze in der Lüneburger Heide, was ich sehr interessant und wegen meines Technikinteresses doch auch viel spannender fand, als die Besprechung im Tagungshotel in Hannover. Das Schwarze Gold wird in der Heide bereits seit 1858 mit Bohrungen gesucht. 1858, das waren sogar weltweit die ersten Ölfunde – so wird es zumindest behauptet. Die Geschichte ist jedoch sogar noch länger, da die Bauern aus Teerkuhlen angeblich bereits im 16. Jahrhundert Öl bargen und als Heil- und Schmiermittel verkauften. Nach und nach wurden hier dann ein Bahnhof, ein Hafen, Arbeiterwohnungen und Verwaltungsgebäude errichtet, sodass das Erdöl den Ort immer mehr prägte. Nachdem die Erdölförderung im Jahr 1963 eingestellt wurde, eröffnete das weltweit älteste Erdölmuseum 1970 auf einem Teilstück des damaligen Erdölfelds.
Ich nahm an einer Führung teil und sah mir interessante Diavorträge, alte Förderanlagen und geologische Exponate, Werkzeuge und Erdölprodukte in einer Ausstellungshalle an. Besonders schön fand ich auch die Wanderung zu einer ehemaligen Abraumhalde, von wo ich eine gute Aussicht über die Gegend hatte. Natürlich wurde das Öl damals noch nicht in dem Maße wie heute über moderne Offshore-Plattformen gefördert, bei denen die Förderleistung durch die Hochspannungsmotoren ungleich höher ist als in der Lüneburger Heide, was ich aber dennoch höchst interessant fand. Damit sich meine Übernachtung im Hotel in der Lüneburger Heide auch lohnte, machte ich am nächsten Tag noch eine 6-stündige Schnuckentour durch die Heide. Die grauen Wildschafe sind typisch für die Region, da sie einzig das Heidekraut verschmähen, wodurch es sich in der Gegend auch so stark ausbreiten konnte. Doch nur dadurch wird die Region jedes Jahr auch immer in ein violett-rosa Blütenmeer verwandelt, das man farbig sonst eher auf Schiebegardinen, statt üppig in der Natur findet, sodass sich mein Ausflug mehr als gelohnt hat.